„Einen Cappuccino!!“ Militärischer Ton. Keine Reaktion. „Die hätt ich längst gefeuert!“, zischt er halblaut.
Nach dem dritten, noch schärferen ‚Cappuccino!’ schlägt eine Tasse hart vor ihm auf, Milchschaum schwappt auf den Kassenbon. Die Frau würdigt ihn keines Blickes.
„Warum bekomme ich keinen Keks?“
„Sind aus“, wirft sie verächtlich über die Schulter.
Die Tasse tropft. Flecken auf der neuen Seidenkrawatte. 120 Euro im Eimer.
„Ohne Druck geht nichts, immer das Gleiche“, brummt er. „Dreizwanzig? Unverschämt!“ Münzen landen auf der Theke, genau abgezählt.
„Stell ich mir stressig vor, den ganzen Tag mit solchen Leuten“, meint eine andere Stimme. Vom Aussehen auch ein Manager.
Sie schaut ihn lächelnd an: „Was darf es sein?“
„Einen Cappuccino bitte.“
Einen Moment später wird eine Tasse vorsichtig vor ihm abgestellt: mit perfekter Schaumkrone und drei Keksen.
„Glücklicherweise sind nicht alle so“, schmunzelt sie.
Mit einem ‚stimmt so’ legt er später das Geld auf den Tresen und geht.
„Einen schönen Tag!“ ruft sie ihm nach.
Es kann so einfach sein, denkt er sich.